Seit 2023 ist unser Betrieb, die Solawi Große Erde, auch ein Lernort Bauernhof Betrieb. Seit dem haben uns schon viele verschiedene Schulklassen besucht. Allen voran die Grund- und Förderschulen, aber auch Realschulen Plus, Gymnasien und auch Berufsbildende Schulen waren dabei.
Je nach Alter und Bedürfnissen können die Schüler:innen bei uns verschiedene Themenfelder erforschen. Das geht vom Gemüse, über die Komposterde mit all ihren Lebewesen, über größere Tiere wie Hühner und Ziegen bis hin zu einer Beschäftigung mit ethischen Aspekten der Landwirtschaft sowie den Herausforderungen und dem Umgang mit Klima und Klimawandel. Gerne setzten wir uns auch kreativ mit dem Lebensraum Landwirtschaft auseinander. Die Schüler*innen können aus Naturmaterialien bauen und Mandalas legen und Wiesenpflanzen sammeln.
Besonders wichtig ist uns, dass die Schüler:innen selbst tätig werden und mit der Erde und der landwirtschaftlichen Arbeit in Kontakt kommen. Dafür gibt es für jede Gruppe einen gemeinsamen Arbeitseinsatz, bei dem Schubkarren geschoben werden, Mist geschaufelt, in der Erde gegraben, geerntet, gepflanzt oder gesät wird.
Gruppen die mehrmals, oder sogar regelmäßig zu uns zu Besuch kommen, kommen dann auch in den Genuss auf „ihrer Solawi“ das Angebaute selbst zu verarbeiten und zu genießen. So kann es im Winter Gemüsesuppe geben, im Frühling Kräuterlimonade und Holundersirup, im Sommer Kräuterbutter und frisches Gemüse, im Herbst selbstgemachtes Popcorn und Stockbrot.
Und was beeindruckt unsere jungen Besucher:innen dabei am meisten?
Viele der Schüler:innen lieben es, die Kartoffeln wie Goldschätze aus der Erde zu graben, beim Ernten die größte rote Beete zu finden, mit dem Schubkarren über den Acker zu flitzen, selbst ein Feuer zu entzünden und darauf Stockbrot zu backen oder Popcorn zu machen. Oft sind sie beeindruckt, von unserem ländlichen Lebensraum und tasten sich langsam an unsere Tiere heran, bis sie sich am Ende stolz von ihrer Lehrkraft mit einem Huhn auf dem Arm fotografieren lassen!
All dies ist eingebettet in unseren kleinen, sehr vielfältigen Betrieb. Wir sind eine solidarische Landwirtschaft und produzieren mit und für unsere Mitglieder verschiedenste Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte und halten etwa 200 Legehennen, die uns Eier und Fleisch liefern. Unsere
Landwirtschaft ist sehr kleinstrukturiert und vielfältig. Durch Blühstreifen und Agroforstsysteme versuchen wir die Biodiversität auf unseren Flächen zu erhöhen und unsere Landwirtschaft
klimaresilienter zu gestalten. Unser Gemüse bauen wir in einem ‚Market Garden‘ (permanente kleine Beete ohne großen Maschineneinsatz) und unter Mulch an. Auf unseren kleinen Ackerschlägen bauen wir verschiedene Getreidesorten und Hülsenfrüchte, wie beispielsweise Linsen an. Wir produzieren unseren eigenen Kompost und versuchen damit den Kreislauf in
unserer Landwirtschaft zu schließen. Unsere Legehennen tragen ihren Teil dazu bei. Sie werden in einem Mobilstall gehalten und können so in den Betriebskreislauf und Fruchtwechsel integriert werden.
Unterrichtsthemen können beispielsweise sein:
Der Boden – unsere Grundlage! Vom Pferdeapfel zum Humusaufbau.
Was wächst denn da? Entdeckungen im Gemüsefeld.
Was wächst denn da? Entdeckungen im Kräuterbeet.
Was wächst denn da? Kreative Auseinandersetzung mit Wiese und Acker.
Das Getreidefeld: Vom Korn zum Müsli.
Lebensraum Bauernhof: Vögel.
Lebensraum Bauernhof: Insekten.
Das Zweinutzungshuhn. Woher kommen unsere Eier?
Hühnerhaltung: Warum sind tierische Lebensmittel so wertvoll?
Landwirtschaft und Klimawandel: Was tun bei Dürre und Starkregen?
Solidarische Landwirtschaft: Praxisbeispiel einer alternativen Wirtschaftsweise
Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail an
info(at)solawi-grosse-erde.de oder rufen Sie einfach an: 015121394242
(Annemarie Blickensdörfer)
